Aktuelles - actualités

30.04.2016 32. Lysser OL

01.05.2016 61. Bucheggberger OL

M: 02.05.2016 Pfingststaffel

World Masters Orienteering Championships 2010

Die WMOC 2010 fand im Neuenburger Jura statt, was es enorm verlockend machte daran teilzunehmen.

Das Wetter war gut, nur an den Tagen ohne Wettkampf war es den z.T. von weither angereisten nicht gut gesinnt – bei 5 Grad mitten in den Wolken zu sein, war wirklich nicht gerade Postkarten-Wetter.

Herausragende Leistungen im Sprint-Final

Herausragende Leistungen in der Lang-Qualifikation (kumuliert)

Herausragende Leistungen im Lang-Final

Links auf die Ranglisten

Ein Erlebnis-Bericht von Röbu

Also so was – dass ich den Sprint-Final erreiche, nicht aber den Lang-Final – hätte ich nicht gedacht. Doch alles der Reihe nach.

Ich hatte mir doch tatsächlich vorgenommen, etwas konsequenter auf den Anlass zu trainieren. Das Training ist auch gelungen. Allerdings haben die letzten 14 Tage vor dem ersten Wettkampf, in denen ich fast nichts trainiert habe und von denen wir den grössten Teil 'in famiglia' an der Adria verbracht haben, meinen Beinen nicht wirklich gut getan.

31.07.2010, Sprint-Quali, La Chaux-de-Fonds: die Sonne scheint, es ist angenehm warm. Nach meinem Patzer bei P.2 habe ich schon gezweifelt, ob es für den Final noch reichen würde.
Sprint-Quali, P1-2
Danach ging es in einem guten Fluss weiter, nur die Geschwindigkeit liess zu wünschen übrig. Die Routen-Wahl zu P.4 habe ich erst nach dem Lauf gesehen.
Sprint-Quali, P3-4
Jene zu P.7 habe ich gesehen, da die Gasse hinunter aber durch Autos versperrt war, lief ich eben oben rum. Wie so oft sind mehr Ecken langsamer als weniger.
Sprint-Quali, P6-7
Dass ich zu P.13 eine Gasse zu weit gelaufen bin und den Posten darum um zwei Ecken mehr als notwendig angelaufen bin, ist mir auch erst viel später aufgefallen. Sprint-Quali, P12-13
Beim Spaziergang zum Lauf-Zentrum zicken meine Beine ein erstes Mal rum.

01.08.2010, Sprint-Final, Neuchâtel: der erste Start war auf 13 Uhr angesetzt, es wurde so richtig warm. Der Start gelingt gut, aber schon die erste Steigung zeigt meine läuferischen Limiten. Zu P.7 nehme ich zwar die elegante Route, aber halt wieder mit mehr Ecken.
Sprint-Final, P6-7
Bei der Routen-Wahl auf den Burg-Hügel erwische ich prompt die um 70 m längere Variante, was allerdings bei meinem Tempo nicht wirklich wichtig war.
Burg-Routen
Na ja, meine Zeit mit der des Weltmeisters zu vergleichen, ist vielleicht auch etwas zu hoch gegriffen. Nach der Abfahrt zu P.12 sind meine Beine am Ende.

03.08.2010, Long-Quali 1, Les Breuleux: da bin ich schon sehr schnell gelaufen, aber bei meinen ersten Pfi-Sta-Erfahrungen auch schon weit neben meinem Posten gelandet. Die Beine schmerzen schon nach 75 m, das kann ja heiter werden.
Long-Quali 1, P7-8
Dem Umweg zu P.8 ging schon einer zu P.3 voraus, den ich wie die folgenden zu P.10 und P.11 nicht nachvollziehen kann – da muss ich noch mal meditieren gehen.

Pesche und ich nahmen dann die Bahn bis Le Locle und das Poschi bis La Brévine. Von da fuhren wir mit den Bikes bis Les Cernets, genossen eine Dusche und ein herrliches Abend-Essen.

04.08.2010, Long-Quali 2, Les Cernets: nach gutem Einlaufen beim Start angekommen, hörte ich als erstes, dass der Start um eine Stunde verschoben wird. Na gut, zurück zum Ziel, etwas trinken und noch mal von vorne. Ah, die Beine fühlen sich nicht mehr so frisch an, war ja zu erwarten. Da ich am Vortag so viel Zeit verloren hatte, musste ich wohl oder übel versuchen anzugreifen. Zu Beginn hatte das gleich ein paar Dämpfer zufolge. Beim Start-Punkt liess ich mich von der gebogenen Mauer von der Richtung abbringen, staunte über den schmalen Weg und begutachtete einen anderen Posten.
Long-Quali 2, P1
Zu P.2 war ich gefühlsmässig gut unterwegs, nur der Posten fehlte. Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriff, dass ich noch mindestens 150 m weiter laufen musste.
Long-Quali 2, P1-2
Nachdem ich also einmal zu wenig weit gelaufen war, lief ich nun zu weit, weil ich mich eine Senke weiter westlich vermutete. Dies obwohl ich den Steilhang gesehen und Stimmen oben gehört hatte.
Long-Quali 2, P2-5
Später holte mich Michael zwei mal ein, ich konnte aber gleich wieder abhauen. Wenigstens das.

06.08.2010, Long-Final, Le Cernil: nach den verkorksten Quali-Läufen war ich erstaunt, es noch in den B-Final geschafft zu haben. Egal welcher Final, ich wollte doch mal einen guten Lauf an dieser WM zeigen. Und zum ersten mal schmerzten die Beine nicht, sie waren nur sehr müde.
Wie auch immer das passieren konnte, ich erwischte eine falsche Karte, was ich leider erst beim falschen ersten Posten bemerkte. Dabei war mir doch dieser Einstieg so gut gelungen. Also bin ich zum Start zurück geträberlet, habe mir eine richtige Karte geben lassen, zum richtigen ersten Posten geträberlet und das Rennen für mich neu gestartet. Das hat nicht ganz so gut funktioniert, denn schon zu P.2 verpasste ich den Einstieg.
Long-Final, P1-2
Vor P.11 war der Weg eine richtige Geröllhalde (zumindest sah ich das so) und so schwenkte ich nach rechts über eine 'Brücke' und querte Hügel und Senke. Das war sicher nicht optimal.
Long-Final, P10-11
Nachdem ich schon vor P.5 (so glaube ich wenigstens) in den Steinen gelandet war, fiel ich von P.12 unsanft in Holz-Abfälle: der linke Daumen blutete stark, Karte war z.T. rot. Also ablecken – igitt, was ist denn das ? aha Kompass läuft aus, ist also nicht mehr zu gebrauchen. Mit der linken Hand über dem Kopf und der Karte in der ungeübten Rechten ging es weiter zu P.13. Gut, ich hätte auch den direkten Weg wählen können. Dazu war ich aus den genannten Gründen wohl etwas zu verwirrt.
Long-Final, P12-13
Danach ging es wieder etwas besser und zu P.16 wagte ich noch einen Motivations-Versuch mit einem rasanten Quer-Lauf – hat alles gepasst. Darum bin ich ab der relativ schlechten Abschnitts-Zeit etwas enttäuscht.
Long-Final, P15-16

Wie angetönt, hatte ich von mir im Wald etwas bessere Resultate erwartet. Es kam wieder mal anders als geträumt. Auch egal – es waren schöne Wettkämpfe und ich versuche wie immer möglichst viel daraus zu lernen.

Danke allen, die dazu beigetragen haben, die WMOC 2010 zu organisieren.